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Projektpartner: 
Die Volkskundliche Kommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Die 1928 gegründete Volkskundliche Kommission ist eine von sechs wissenschaftlichen Kommissionen, deren Geschäftsstellen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, einem der beiden großen Kommunalverbände in Nordrhein-Westfalen, getragen werden. Hier sind 72 ehrenamtlich tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler organisiert. Die Kommission ist verantwortlich für drei Schriftenreihen und eine wissenschaftliche Zeitschrift. Neben einer öffentlich zugänglichen, großen landeskundlichen Spezialbibliothek steht ein umfangreiches Archiv zur Verfügung, das (digitalisierte) alltagshistorische Quellen aus der mittlerweile über 70 Jahre währenden Sammlungstätigkeit sichert, erschließt und erforscht. Ergebnisse ihrer Forschungen veröffentlicht die Kommission in der öffentlichen Kulturarbeit wie im wissenschaftlichen Feld.

Nähere Informationen und Kontaktadressen erhalten Sie hier

 

Projekt B1

Wie für uns gemacht?! 
Gebrauchtimmobilien und familienspezifische Wohn- und Lebensvorstellungen. 

Häuser überleben ihre Erbauer. Dementsprechend werden sie an eine nachfolgende Generation weitergegeben oder verkauft. Das Teilprojekt B erforscht gebrauchte Einfamilienhäuser und den Alltag ihrer Nutzerinnen und Nutzer.
Jedes dieser Häuser überliefert soziale, politische und familienspezifische Gegebenheiten der Vergangenheit. Mit der Erstnutzung entwickelten sich Hausbiografien, die eng mit den Lebensgeschichten der Familien verbunden sind und nun von den neuen Eigentümern unter veränderten Rahmenbedingungen fortgeschrieben werden. Die neueingezogene Familie eignet sich das Haus an, belebt es und entwickelt individuelle Nutzungsweisen. Uns interessiert, inwiefern die gebraucht erworbene Immobilie angeeignet und verwandelt wird. Da das Erfordernis der Nachhaltigkeit von Wohn- und Lebensweisen künftig an Bedeutung gewinnt, sind kulturanalytische Einsichten in Nutzung von Bestand von hohem Belang. Anders als in einem statischen Eigentumsverständnis untersuchen wir diese Gebrauchtimmobilien als in Zirkulation befindliche Objekte in ihren Wieder-, Weiter- und Mehrfachverwendungen. 

 

Copyright: Bildarchiv der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, LWL, 1979
Copyright: Bildarchiv der Volkskundlichen Kommission, LWL. Fotograf: Hartmut Platte. Soest, 1998
Copyright: Bildarchiv der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, LWL. Fotograf: Hartmut Platte. Soest, 2002
Copyright: Bildarchiv der Volkskundlichen Kommission für Westfalen, LWL. Fotograf: Hartmut Platte. Soest, 1998

Projekt B2

Der Weg zum Eigenheim? 
Bausparkassen zwischen Wohnungsbaupolitik und der Verwirklichung von Wohnwünschen.

Für viele Menschen ist das „Eigenheim“ der zentrale Lebenstraum, der mit dem Bedürfnis nach Schutz, Status und Kontinuität einhergeht. Seine Verwirklichung stellt jedoch eine enorme finanzielle Belastung dar, welche durch eine Baufinanzierungsplanung aufgefangen werden soll. Bei dieser Planung spielen die Bausparkassen traditionell eine große Rolle. Sie werben seit rund 90 Jahren um das Vertrauen potentieller Bausparer. Von kleineren, genossenschaftlich organisierten Gemeinschaften haben sie sich zu komplexen Unternehmen entwickelt, die durch jahrelange Werbemaßnahmen an der Konstruktion und Tradierung von ‚Wohnwünschen‘ und ‚Eigenheimträumen‘ mitwirken.

Neben der historischen Perspektive auf die Institutionen untersuchen wir die Geschichten der Bausparenden. Welche Träume und Vorstellungen hatten sie bei der Unterzeichnung des Bausparvertrages? Welche Rolle nehmen die Bausparkassen bei der Baufinanzierung ein und ist eine Veränderung ihrer Außenwahrnehmung zu beobachten? 

Süddeutsche Zeitung 9.02.2017: Lose aus der Suppenschüssel


Das Team

 

Christiane
Cantauw M.A.

Wiss. Geschäftsführerin

Nach meinem Studium der Neueren Geschichte, Volkskunde und Ethnologie arbeitete ich als wissenschaftliche Volontärin bei der Volkskundlichen Kommission für Westfalen in Münster, wo ich gemeinsam mit Dietmar Sauermann eine Ausstellung zum Thema „Fremdenverkehr im Sauerland“ konzipierte, die 1990 im Sauerland-Museum Arnsberg gezeigt wurde. Seit März 1990 bin ich als wissenschaftliche Referentin bei der Volkskundlichen Kommission tätig und leite diese seit 2005 als wissenschaftliche Geschäftsführerin. Unter anderem verantwortete ich hier ab 1997 ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Vorhaben zur Digitalisierung des Bildarchivs. Im Rahmen eines durch die DFG geförderten Projekts konnte ich zwischen 2006 und 2012 das digitale Archiv der Volkskundlichen Kommission weiter ausbauen. Meine Forschungsinteressen in Publikationen, Vorträgen und als Lehrbeauftragte am Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der WWU gelten den Themenbereichen Fotografie, Tourismus und Brauch in historischer und aktueller Perspektive. 

 


portraet mlejnek

Marius Mlejnek M.Sc.

Wiss. Mitarbeiter

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studierte ich zunächst Geographie, Landschaftsökologie und Geoinformatik. Darauf aufbauend absolvierte ich den Masterstudiengang Humangeographie – Raumkonflikte, Raumplanung, Raumentwicklung. Im Studium legte ich meine Forschungsschwerpunkte auf Fragestellungen der ländlichen Raumentwicklung, der Stadtentwicklung und -planung, der erneuerbaren Energien sowie der Immobilien- und Wohnungsmarktentwicklung. Dahingehend beteiligte ich mich an Projektarbeiten zu Fragen der zukünftigen Einfamilienhausentwicklung und den damit einhergehenden Konsequenzen für Städte und Gemeinden. So auch im Wintersemester 2013/2014 am Projekt „Was wird aus den Traumhäusern?“ unter Leitung von Dr. Christian Krajewski. Mein Masterstudium schloss ich im Juli 2017 mit einer Arbeit über das Wohnen und den Wohnungsmarkt in ländlichen Räumen unter Einfluss des demographischen Wandels ab. Seit August 2017 bearbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Volkskundlichen Kommission für Westfalen das Teilprojekt „Wie für uns gemacht? Gebrauchtimmobilien und familienspezifische Wohn- und Lebensvorstellungen“.


Jakob
Smigla-Zywocki M.A.

Wiss. Volontär

Bereits neben meinem Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Volkskunde und Mittleren Geschichte in Münster arbeitete ich von 2010 bis 2015 als freier Mitarbeiter am Geschichtsort Villa ten Hompel. Im selben Jahr begann meine Referententätigkeit für die Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster, wobei hier insbesondere die Organisation und Durchführung von Gedenkstättenfahrten im Fokus der Arbeit lag. Als Referent für die Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster konnte ich ferner seit 2011 Seminare für Polizist/Innen gegen Rechtsextremismus, für Demokratie konzipieren und durchführen. Vom Winter 2013 bis zum Frühjahr 2015 durfte ich durch Recherchetätigkeiten in polnischen Archiven, sowie durch wissenschaftliche Mitarbeit bei der Neugestaltung der Dauerausstellung der Villa ten Hompel mitwirken. Seit April 2015 bearbeite ich als wissenschaftlicher Volontär der Volkskundlichen Kommission für Westfalen beim LWL u.a. das Projekt „Der Weg zum Eigenheim“ im BMBF-Forschungsverbund. Seit Oktober 2016 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der WWU Münster.


Benjamin
Widholm M.A.

Wiss. Mitarbeiter 04/2015 bis 03/2017

An der Universität Augsburg studierte ich Volkskunde/Europäische Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften. Das Magisterstudium schloss ich 2012 mit einer Arbeit über das Leben von Augsburger Fabrikarbeitern im frühen 20. Jahrhundert ab. Studienbegleitend arbeitete ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am damals neu entstehenden Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg unter Dr. Karl-Borromäus Murr. In der Zusammenarbeit entstanden kulturhistorische Aufsätze zu regionalen Themen.
Im Anschluss an das Studium volontierte ich am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Als Mitarbeiter der Fachabteilung Volkskunde war ich über zwei Jahre an der Neukonzeption der Dauerausstellung im Museum der Alltagskultur mit dem Titel „Wohnwelten“ beteiligt. Dabei dokumentierte ich unter anderem den Wandel von Wohneinrichtungen und kuratierte mehrere Themenräume im Ausstellungsbereich „Wohnbedürfnisse“.
2014 gründete ich die Firma Ostritsch & Widholm GbR, die als wissenschaftlicher Dienstleister für kulturhistorische Museen Ausstellungs- und Forschungsprojekte bearbeitet. 

 


Rike-Kristin
Liebsch B.A.

Studentische Volontärin ⠀ 04/2015 bis 06/2017

Ich studiere seit dem Wintersemester 2011/2012 an der Westfälischen Wilhelms-Universität und arbeite im Rahmen meines Studiums der Kultur- und Sozialanthropologie und Geschichte als studentische Volontärin in der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Im BMBF-Verbund sind Recherchearbeiten und die Transkription von Interviews meine Aufgaben.
Zurzeit arbeite ich an meiner Bachelorarbeit zum Thema „Das Nicht-sichtbare sichtbar gemacht? Ultraschallbilder in der Schwangerschaft im historisch-kulturellen Kontext“.